Der philosophische Hintergrund von Qigong und Taiji Quan


Yin & Yang und die 5 Wandlungsphasen

Ganzheitliches, dynamisches Denken Wissenschaftliches Denken entspringt der Annahme, dass es Ordnung in der Natur gibt bzw. dass sich Erscheinungen und Prozesse in der Natur nach bestimmten Gesetzmäßigkeiten verhalten.

Im System der fünf Wandlungsphasen kann man ebenso Lebensabschnitte, Entwicklungsrichtungen, Himmelsrichtungen, Sinnesorgane, Körperregionen, Emotionen, Krankheit erzeugende Faktoren, Farben, usw. zuordnen. Diese Unterteilung erfolgt „horizontal“ und es fällt uns nicht schwer, die Begriffe in einer Zeile als zusammengehörig zu erkennen.

Das vertikale Weltbild Ganzheitliches Denken geht von der Annahme aus, dass sich bestimmte Grundkräfte auf allen Ebenen manifestieren. Im Körper und im Geist, im Großen wie im Kleinen. Damit bilden nun auch die Begriffe in einer Spalte eine untrennbare Einheit, da jeweils dasselbe Prinzip dahinter steht. Etwa ist das Entstehen von neuen Dingen eine Eigenschaft der Wandlungsphase Holz und in der Natur im Frühling beim Hervorbrechen und Erwachen der gesamten Natur zu beobachten. Bäume bekommen neue Blätter, Tiere beenden ihren Winterschlaf. Ein neues Jahr beginnt. Auf Organebene ist die Leber, als Sinnesorgan ist das Auge, als Körperschicht sind die Gelenke und als Geschmack ist das Saure zugeordnet. Damit ergibt sich zum Beispiel die interessante Schlussfolgerung, dass es geschickt ist, neue, arbeitsintensive Projekte im Frühling zu beginnen, sich bei der Ideenfindung zu bewegen und die Augen weit aufzumachen. Auch das frische, grüne Gemüse der Jahreszeit und gezielte „Leber-Übungen“ und der frühe Morgen unterstützen diesen Prozess. Im Winter hingegen ist für derartige Anstrengungen kein Platz. Man wird Lebensmittel und zum Beispiel Qigong-Übungen wählen, welche den Organismus mit Wärme versorgen und „früh schlafen gehen und spät aufstehen“, wie es in einem bekannten Klassiker heißt. Vergleich der 4 griechischen mit dem 5 chinesischen "Elementen" (aus Wikipedia) Die Fünf-Elemente-Lehre ist eine daoistische Theorie zur Naturbeschreibung und wird häufig als chinesische Entsprechung zur abendländischen Vier-Elemente-Lehre bezeichnet. Beiden Theorien gemeinsam ist, dass sie sich letztlich zurückführen lassen auf die archaische, bewusste Auseinandersetzung des Menschen mit der Natur; sie sind ein Ergebnis seiner Orientierungssuche in der Welt. Dennoch sind beide Denkansätze nur bedingt vergleichbar: Die Vier-Elemente-Lehre nach Empedokles stellt die Frage nach den fundamentalen Bestandteilen aller Materie, betont also den statischen Charakter des Seienden. Die Fünf-Elemente-Lehre untersucht dagegen die Gesetzmäßigkeiten, nach denen dynamische Prozesse (Wandlungen) im Bereich des Lebendigen ablaufen, betont also Werden, Wandlung und Vergehen. In der griechischen Philosophie wurde ein ähnlicher Ansatz insbesondere von Heraklit verfolgt: "Panta rhei" (Alles fließt).


Die Dynamik des Lebens Die Phasen stehen untereinander in Beziehung, bringen sich in zyklischer Weise hervor und kontrollieren sich. Damit ergibt sich ein dynamisches Gleichgewicht auf allen Ebenen. Wie sich die Jahreszeiten, Lebensabschnitte oder mitmenschlichen Situationen ändern, so sollten wir unsere Verhaltensweisen anpassen und nicht stereotyp reagieren. Darin liegt nach traditioneller Ansicht eine große Portion persönliches Glück. Zudem können Ihnen bei vielen Fragen und Situationen des täglichen Lebens die 5 Wandlungsphasen viele nützliche Strategien liefern. Holz kontrolliert etwa die Erde. Bei Problemen mit Stagnation und Antriebslosigkeit (Erde) wird also das Prinzip Holz in uns gestärkt um der Entartung der Erde entgegenzutreten. Konkrete Maßnahmen wie Bewegung und Aktivität wurden bereits oben erwähnt. Literatur Udo Lorenzen, Andreas Noll: Die Wandlungsphasen der traditionellen chinesischen Medizin, Band 1-5, Verlag Müller & Steinicke Harriet Beinfield/Efrem Korngold Traditionelle Chinesische Medizin und westliche Medizin, O.W. Barth Ute Engelhardt, Carl-Hermann Hempen: Chinesische Diätetik, Urban & Fischer Joseph Needham: Wissenschaft und Zivilisation in China, suhrkamp


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