Neijingtu - die drei Dantians

Aktualisiert: 30. Mai 2019



Das berühmteste Bild der inneren Alchemie des menschlichen Körpers ist das Schaubild der inneren Landschaft (Neijing tu).

Die Hauptversion ist die moderne Reproduktion einer Steinstele aus dem berühmnten taoistischen Weiße Wolken-Tempel (Baiyun Guan) in Peking, die der Taoist Liu Chengyin im Jahr 1886 nach einer älteren Seidenbild-Vorlage gravieren ließ. Daneben steht mit dem Xiuzhen tu (Schaubild zur Entwicklung der Wahrhaftigkeit) eine weitere Abbildung der daoistischen inneren Alchemie.

Wie andere Bilder der inneren Alchemie des Körpers wird das Neijingtu von unten nach oben gelesen. Es zeigt eine energetische Sagittalebene, eine Seitansicht des inneren Körpers.

Die drei Hauptteile der Abbildung konzentrieren sich mit dem unteren, mittleren und oberen Dantian, welche in der inneren Kultivierung eine bedeutsame Rolle spielen.

Das untere Dantian (Xia Dantain)

Im unteren Teil arbeiten ein Junge und ein Mädchen - als Representation von Yin und Yang - an einer Tretmühle im Bereich des Steißbeins (weilü). Dadurch wird der Energiestrom - eigentlich: die Essenz, dargestellt durch den Wasserlauf entlang der Wirbelsäule - daran gehindert abwärts zu fließen und verloren zu gehen, sondern fließt nach oben.

Das Wasser wendet sich in einen Feuerofen, welcher das untere Dantian erwärmt in der Nähe der vier Yin&Yang Symbole. Diese stehen für die vier äußeren Wirkräfte - Holz, Feuer, Metall, Wasser. Die fünfte Wandlungsphase Erde ergibt sich in der Verbindung dieser vier Kräfte. Links ist der "eiserne Büffel" zu sehen, welcher "die Erde durchpflügt, um die goldene Münze zu pflanzen" - Hier kann das wertvolle Qi wachsen.

Das mittlere Dantian (Zhong Dantian)

Das mittlere Dantian entspricht dem Zwerchfell und der Verbindung von nachgeburtlichem Feuer-Qi und vorgeburtlichem Wasser-Qi. Es wird in der Abbildung als Spirale von goldenen Münzen dargestellt. Umgeben ist das Zentrum von Flammen als Symbol für die Feuer (=Herz-) Energie. Direkt über den Münzen steht ein Junge - der Hirtenjunge -, welcher den Polarstern berührt. Das Sternbild des Großen Bären ist ein Symbol für das Zentrum des Kosmos.

Direkt unter ihm befindet sich das Weber-Mädchen, welche den Nabel repräsentiert. Sie webt Seide und damit eine feine Energie, welche die Wirbelsäule entlang nach oben steigt. Die Bäume daneben stehen für das Holz-Element und somit die Leber. Die Flammen an der Wirbelsäule sind das Lebenstor ("Mingmen") gegenüber vom Nabel, wo die aufsteigende Energie erstmals verfeinert wird.

Das obere Dantian (Shang Dantian)

Der obere Teil des Bildes repräsentiert das obere Dantian - das Gehirn. Die zwölfstöckige Pagode (Kehle) beherbergt alle Geheimnisse. Darüber befindet sich als Brücke das Jadekissen: Im Bereich, in welchem sich Wirbelsäule und Schädelknochen begegnen, wird die aufsteigendne Energie ein letztes Mal verfeinert. Die zwei Kreise sthen für die Augen.

Die beiden Regenbögen stellen Lenker- und Konzeptionsgefäß dar (Renmai, Dumai). Beim oberen Lenkergefäß sitzt Laozi. Der Mönch, der sich vom unteren Konzeptionsgefäß nach oben streckt, ist Damo (Bodhidarma). Dieser symbolisiert die Zunge, welche durch anheben an den Gaumen die beiden Gefäße miteinander verbindet. Die beiden Gefäße bilden das hauptsächliche Qi-Leitsystem des Organismus.

Die Pyramide steht für die Zirbeldrüse, welche die am meisten verfeinerte Energie beherbergt.. Das kleine Licht über dem Gipfel ist die Stelle, an der die Geistseele (Hun) den Körper verläßt.


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